Im August waren wieder einmal fleißige Helferlein vor Ort, um die Situation im Shelter zu verbessern. Sonst kamen die Reiseberichte zu den Fahrten von Familie Trautmann, von dieser Reise gibt es einen tollen Reisebericht, der von Gudrun Markeli verfasst wurde, die ebenfalls zum Team gehörte, das im August nach Suceava gefahren ist. Hier nun ihr Reisebericht:

 

august 5Endlich habe ich die Zeit, einen kleinen Einblick in unsere Reise nach Suceava zu geben. Am 15. August haben wir uns, d.h. Uwe, Andrea, Ralf, Susanne und meine Person auf den Weg nach Suceava gemacht. Nach endlos erscheinenden 28 Stunden sind wir mit vollgepacktem Transporter und dem “ neuen PKW “ für den Shelter in Suceava angekommen. Nach ca. 5 Stunden Schlaf in unserer gemütlichen und sauberen Pension haben wir uns auf den Weg zum Shelter gemacht.

Wir wurden nicht nur von den Mitarbeitern/innen erwartet, sondern auch von ca. 960 Hunden mit entsprechendem Gebell herzlich empfangen. Ich war zunächst überwältigt von der Anzahl der Hunde und konnte nach Inaugenscheinnahme der teilweise viel zu kleinen, trostlosen, reizlosen Zwingern und den darin aufbewahrten Hunden meinen Tränen keinen Einhalt mehr bieten. Ich sah bellende, ängstliche, resignierende, verhaltene, nach menschlicher Nähe suchende Hunde. Ich fühlte mich hilflos und wünschte, aus diesem Albtraum aufwachen zu können. Aber es ist die bittere Realität und die Hunde brauchen unsere Hilfe und unser Zutun, um ihnen die lebensunwürdigen Haltungsbedingungen etwas zu lindern.

Wir begannen sodann mit dem Ausladen des Transporters und Befüllen des Magazins. Danach machte ich einen Rundgang und registrierte sofort, dass die Zwinger dringend mit Kies gefüllt werden mussten, dass ein Großteil der Hundehüttendächer Beschädigungen aufwies, ein Teil der Zwingertüren nur mit Draht zu verschließen und aus den Scharnieren herausgebrochen waren, dass die Zwinger teilweise falsch besetzt waren, dass Hunde mit Hauterkrankungen in offenen Zwingern gehalten wurden, die Rinnen im neuen Bereich mit Fäkalien durchsetzt waren, ein Großteil der Wassereimer keine Griffe mehr hatten, so dass jene nicht mehr am Zaun befestigt waren, die Futternäpfe nur vor Schmutz starrten etc.

august 5Ich habe sodann beschlossen, sämtliche Zwinger aus eigenen Mitteln mit Kies auffüllen zu lassen und in den nachfolgenden Tagen insgesamt 17 LKW-Ladungen Kies, entsprechend ca. 120 t, geordert. Zudem mussten Arbeiter beauftragt werden und mit Hilfe von Frau Cocricz war es sodann möglich, 4 Arbeiter zu finden, welche von dienstags bis montags von 8:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends Kies schaufelten. Da diese Arbeitskräfte jedoch nicht ausreichten, wurden uns noch für zwei Tage kostenfrei für jeweils 4 Stunden 3 städtische Arbeiter zugeteilt. Es erfüllte mich mit ein wenig Freude, zu wissen, dass sämtliche Zwinger mit ausreichend Kies gefüllt werden würden und die Hunde somit bis zum Winter nicht im Schlamm stehen müssen. Ferner wurde mir vor Beginn der Reise von einigen mir persönlich sehr gut bekannten Personen ein Betrag in Höhe von ca. 1.000,00 EUR zur Verfügung gestellt, um den Hunden vor Ort zu helfen. Von diesem Geld habe ich die beschädigten Hüttendächer sanieren lassen. Es wurden insgesamt 68 Einzelhütten, 15 Zweier-Dreier-Hütten und 21 große Sechser bis Neuner Hütten mit neuen Blechen und soweit erforderlich, mit neuen Holzbrettern versehen.

Das Geld reichte zudem für die beiden Arbeiter, welche von mittwochs bis montags die Hütten reparierten. Zudem konnte noch ein Benzin- Grasschneider gekauft werden, so dass das überwuchernde Gestrüpp in der alten Zwingeranlage entfernt werden kann. Die teilweise sehr schwer arbeitenden Männer und alle Beschäftigten im Shelter wurden von uns täglich mit Getränken und Lebensmitteln versorgt, so dass niemand den Eindruck gewinnen konnte, dass uns nicht auch am Wohl der vor Ort Arbeitenden gelegen sei. Zudem hatte Susanne viele Kisten mit Kleidung mitgebracht und jeder konnte sich nach Belieben einkleiden. In Rumänien gestaltet sich das kurzfristige Besorgen von Arbeitsmitteln und Arbeiter wesentlich schwieriger, als es hier den Anschein hat und ich war froh, dass es uns gleichwohl möglich war, das Ganze logistisch in einer Woche zu regeln.

august 4Nachdem ich insbesondere mit Hilfe von unserer Tierärztin Daniela die vorgenannten Arbeiten erledigt bzw. in Auftrag gegeben habe, stand das unmittelbare Wohlergehen der Hunde im Vordergrund. Susanne ließ es sich nicht nehmen, den Kärcher für sich zu beanspruchen und verwandelte die Quarantäne und die Krankenstation wieder in einen hygienischen Zustand. Susanne bestand nur noch aus Schmutz und die beiden Räume strahlten vor Sauberkeit. Danach nahm sie die Betonflächen und die Rinnen im neuen Shelterbereich in Angriff und auch dem Schmutz in den Futternäpfen wurde der Garaus gemacht. Zudem kümmerte sie sich um das Essen und achtete darauf, dass auch alle Arbeiter, die verdienten Mahlzeiten zu sich nahmen. Sie wirbelte im Magazin, auf der Krankenstation, entfaltete mit einer Engelsgeduld die Flohhalsbänder und ließ es sich nicht nehmen, auch noch Kaustangen für die Hunde zu richten. Andrea unterstützte die Tierärzte vor Ort, kümmerte sich um die Adoptions-und Transportlisten, fotografierte die Adoptionshunde, holte kranke Hunde aus den Zwingern, beobachtete Hunde für eine mögliche Adoption, kärcherte 2 Tage mit Susanne im neuen Shelter, fuhr zum Einkaufen, da es einiges an Lebensmitteln und Wasser zu besorgen war, etc. Die Arbeit schien kein Ende zu nehmen.

Nachdem ich alle Materialien besorgt und ausreichend Arbeiter im Einsatz hatte, fand ich die Zeit mich den weiteren dringlichen Aufgaben zu widmen. Einerseits erstellte ich eine Liste, von den Hunden, die in viel zu kleinen Zwingern leben mussten und denen, die sehr viel Platz hatten und durchaus noch 2 oder 3 Hunde beherbergen konnten. Es befanden sich teilweise 3 große Hunde in winzigen Zwingern und 3 bis 4 kleine Hunde in sehr großen Zwingern. Ich habe mit Hilfe von Antonela ca. 30 Hunde umgesetzt, so dass die großen Hunde endlich mal Platz zum Laufen haben. Einige der Hunde konnten ihr Glück kaum fassen und sprangen nur so herum. Danach machte ich eine Liste, von den fellkranken Hunden und veranlasste, dass jene in die raren überdachten Zwinger umgesetzt wurden, so dass sie sich bei Sonnenschein ohne Schmerzen außerhalb den Hütten aufhalten können.

august 3Danach nahm ich die alte Zwingergasse neben dem Kochplatz in Angriff und entfernte mit Hilfe von Vasilie einen Großteil der Trennwände, so dass die Hunde endlich Platz haben. Auch hier war es eine Freude zu sehen, wie sehr sich die Hunde über das neue Platzangebot freuten. Einen weiteren Tag verbrachten wir mit dem Erneuern der Wassereimer und Futternäpfen. Die Tage hatten nicht ausreichend Stunden und wir hielten uns jeden Tag von 9:30 bis ca. 21:30 Uhr im Shelter auf und kehrten schmutzig und teilweise sehr abgeschlagen in der Pension ein. Auf dem Weg kehrten wir jeweils in der Tankstelle ein und suchten aufgrund unseres doch eher unangenehmen Geruchs fernab von anderen Personen einen Platz in dem dort befindlichen Imbiss und aßen eine Kleinigkeit. Danach gab es nur noch die Dusche und das Bett. Die Arbeit wurde kaum weniger und stets war das Gefühl vorhanden, noch mehr tun zu müssen, obwohl man schon an seine Grenzen gelangte.

Ich kann natürlich nicht unsere gesamte tägliche Arbeit darstellen, sondern nur einen kleinen Überblick geben. Völlig erschöpft kehrte dann Ralf wieder ein und gönnte sich keine Pause. Der Hänger musste entladen werden, Beton eingekauft, das Magazin gesichtet werden, die Stemmarbeiten für das Betonieren erledigt und dann das Betonieren erfolgen. Zwischenzeitlich hatten wir beide noch einen Termin beim stellvertretenden Bürgermeister, welcher sehr erfreulich verlief. Es wurde erstmalig zugestanden, dass es richtig sei, einen Teil der kastrierten Hunde wieder an ihre alten Plätze zu setzen, so dass eine Neubesiedlung von außen verhindert werden würde. Auch hat er sich sehr positiv über das Kastrationsprogramm geäußert und seine Unterstützung dergestalt zugesagt, dass es in den Medien veröffentlicht werden würde.

august 2Es werden vor Ort dringend helfende Hände gesucht und mein größtes Anliegen ist eine zeitnahe Überdachung der neuen Zwingeranlage. Die Hunde sind Wind, Sonne, Regen und Schnee ausgesetzt und das Leid ist unerträglich. Ich bitte daher um diesbezügliche Spenden und Mithilfe vor Ort. Ralf und Uwe brauchen jedwede Hilfe und sind bereit, 2 Wochen vor Ort zu verbringen. Erfreulich ist, dass die Hunde derzeit ausreichend Futter erhalten, täglich mit Wasser versorgt und die Zwinger gereinigt werden und dass eine medizinische Grundversorgung gewährleistet ist. Allerdings bereitet uns die Lage am Wochenende große Sorge, da nur zwei Arbeiter vor Ort sind, und somit nur das Nötigste gemacht werden kann. Dies ist insbesondere für die in der Krankenstation und Quarantäne befindlichen Hunde desaströs. Die Hunde und die Katzen benötigen unsere Hilfe und daher darf der Spendenfluss nicht einbrechen, vielmehr müssen wir noch etwas mehr tun.

Abschließend möchte ich Ralf und Susanne meinen Respekt aussprechen und im Namen der Hunde Danke sagen. Die beiden leisten herausragende Arbeit und ohne deren Tun wäre das Leid der Hunde in Suceava nicht zu ertragen. Ich freue mich, dem Suceava Team angehören zu dürfen und unterstütze deren Arbeit von Herzen und natürlich bin ich im nächsten Jahr wieder dabei.

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