Reisebericht vom Dezember 2012 

Fahrt nach Suceava vom 01.12.2012 – 16.12.2012

 
Bei Kälte und Regen sind wir , mein Mann Ralf Trautmann und ich, Susanne, nach Suceava gestartet. Das Wichtigste für uns war es dieses Mal, dicke Decken, Tee und genügend Verpflegung mit auf die Reise zu nehmen. Wir mussten nicht, was uns für ein Wetter begleitet, denn der Winter in Suceava wurde uns als sehr kalt mit viel Schnee und Schneestürmen beschrieben. Dagegen wollten wir gewappnet sein.
 

 
Bevor es auf die lange Reise geht, es sind mal so von Schwerborn aus 1650 Kilometer, konnten wir unseren Transporter wieder voll mit Sachspenden beladen. Immer und immer wieder werden wir von großartigen Menschen unterstützt, die Namen hier aufzuführen würde Seiten in Anspruch nehmen, also sage ich jedem Spender ein aufrichtiges Dankeschön, ohne Eure Hilfe wäre nichts möglich, und nur gemeinsam kann man etwas schaffen und bewegen.
 

 
Wider Erwarten verlief unsere Anreise völlig problemlos. Es ist immer wieder eine große Aufregung für uns und ein sehr langer Weg, aber es lohnt sich, denn das Tierheim braucht uns und freut sich auf uns.
 
In Suceava war es bitterkalt, für uns doch ungewohnt, obwohl wir wahre Winterfreunde sind. Trotzdem pfiff der Wind um unsere Nase und es war nur auszuhalten mit dicken Sachen, Handschuhen und Mütze. Eincremen durfte man nicht vergessen, sonst würde die Haut nur brennen von der Kälte. Ich habe immer gesagt, so viel wie in Suceava habe nicht einmal im Winterurlaub angezogen.
 
Kaum angekommen im Tierheim gab es auch schon die erste Herausforderung für Ralf, wie soll man die Hunde mit Wasser versorgen? Die Wassernäpfe sind festgefroren, nur mit einer Axt kann man etwas Eis locker machen, kein warmes Wasser kommt aus der Leitung, und nun??? Ohne Wasser sind die Hunde verloren, denn bei Trockenfutter müssen sie viel Wasser trinken.
 
Wir haben alle lange geredet, überlegt und gefachsimpelt…… und die Lösung ist uns dann doch gekommen. Im Tierheim gab es einen alten Wasserkessel, der wurde ins Gebäude des Tierheimes gebracht, und mit Hilfe einer Gasflasche und eines Brenners wurde nun ab sofort Wasser angeheizt. Es bedeutet eine sehr mühselige Versorgung der Hunde mit Wasser, denn die Mitarbeiter mussten mit der Gießkanne 900 Hunde versorgen, eine wahnsinnige Arbeitsleistung, bitte bedenkt, es gibt nur knapp eine handvoll Mitarbeiter im Tierheim, und es muss so vieles erledigt werden.
 

 
Ich ziehe den Hut vor jedem einzelnen Mitarbeiter, man muss es wirklich gesehen haben, was die Menschen dort leisten.
 
Am zweiten Tag in Suceava hat es angefangen zu schneien, es sah wunderschön aus, aber die Freude war schnell verflogen, denn es schneite 3 Tage ununterbrochen durch. Die Hunde haben sich alle gefreut über die Schneeflocken, sie kullerten sich im Schnee, die ganz kleinen spielten mit den Flocken und man hat förmlich die Freude der Tiere gerochen. Es sah so putzig aus.
 

 
Des einen Freud des anderen Leid, so sagt man doch…..wir alle sind aus dem Schneeschippen nicht mehr herausgekommen, jeder Einzelne hat eine Schneeschaufel in der Hand gehabt, der Schnee zwischen den Wegen musste weg, sonst hat man die Zwingertüren nicht aufbekommen, man konnte kaum laufen………für einen Winterurlaub ein Traum, aber nicht im Tierheim, jede zu verrichtende Arbeit wurde zur Qual, jeder Schritt im tiefen Schnee war mühselig, und die Vierbeiner haben sicher im Stillen über uns Menschen gelacht, denn sie fanden es toll.
 

 
Für uns war es überall nur eiskalt, im Gebäude im Tierheim konnten wir uns nur bedingt aufwärmen, denn es gab nur wenige elektrische Heizkörper, und die haben es einfach nicht geschafft, uns Wärme zu vermitteln. Wir haben Tee getrunken und später dann selbstgemachten Glühwein, um wenigstens innerlich ein wenig aufzutauen.
 
Es war eine anstrengende Zeit, Schneegestöber, Eiseskälte, und und und…. aber wir haben trotzdem viel geschafft, und jeder kleine Schritt nach vorne ist wichtig.
 
In den 14 Tagen unseres Aufenthaltes haben wir Stück für Stück die wichtigsten Aufgaben erledigt. Wir haben an jede Hundehütte Decken, Stoff und andere Materialien angebracht, damit die Hunde im tiefen Winter mehr Schutz vor der Kälte haben und der Schnee nicht in die Hütten hereinschneit.
 

 
Im Bad haben wir einen Warmwasserboiler angebracht und die elektrische Leitung dafür gelegt, was mehr als problematisch gewesen ist, alles ist veraltet, kein Halt in der Wand, kein Licht, um richtig arbeiten zu können, und vieles mehr, aber zum Schluss gab es zum ersten Mal heißes Wasser aus der Wasserleitung, eine Freude für uns alle, denn die Hände zu waschen mit Eiswasser war nicht sehr erbaulich. Gleichzeitig wird durch den Boiler die Wasserversorgung der Hunde gesichert.
 
Für unsere Welpen wurde im alten Gebäude unweit des Tierheimes eine provisorische Unterkunft gebaut. Fenster wurden abgedichtet, eine Stromleitung gelegt, Heizkörper wurden angebracht und eine Lampe, damit man sehen kann, was sich so unter den Welpen abspielt, die Kleinen würden im Freien sterben, und so haben sie es wenigstens trocken und ein bisschen warm.
 

 
Im Lager haben wir endlich für den Doktor vor Ort einen separaten Schrank aufbauen können, hier lagern nun die ganzen medizinischen Utensilien, und es wird keine Maus mehr was an knabbern, denn die Mäuse haben sich breit gemacht im Lager.
 
Am Nikolaustag haben wir eine kleine Weihnachtsfeier gestaltet. Es gab Thüringer Stollen, den wir extra mitgenommen haben aus Thüringen, und leckeren Glühwein. Allen Mitarbeitern konnten wir ein Weihnachtspaket schenken, viele haben ganz tolle Geschenke an mich gesendet und ich habe diese dann vor Ort verteilt, wir haben gelacht, gescherzt und uns unheimlich wohl gefühlt.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von einer großen Supermarktkette haben wir etliche Paletten bekommen, eine Palette hat uns sage und schreibe nur 1 Euro gekostet, ein Traumpreis, so konnten wir ganz viel Geld sparen, weil jeder Cent wird umgedreht und es wird immer überlegt, für was und wie viel kann ich ausgeben. Die Paletten werden unter die Hundehütten gestellt, damit es etwas wärmer für die Tiere wird im Winter.
 
Ja, die Zeit vergeht einfach viel zu schnell vor Ort, man hat immer das Gefühl, man hat nicht genug geschafft, so vieles gibt es vor Ort zu tun.
 
Ralf ermuntert mich immer und immer wieder, er hat immer den Optimismus, der mir fehlt. Aber zusammen sind wir schon ein duftes Team, wir schwimmen beide auf der gleichen Welle und geben uns gegenseitig Kraft, alles vor Ort zu ertragen.
 

 
Wir sind immer wieder gerührt, wie herzlich wir aufgenommen werden, wie die Menschen sich über jede Kleinigkeit freuen und dankbar sind. Das fehlt uns hier in Deutschland, jeder will immer mehr, Bescheidenheit ist ein Fremdwort geworden, und Neid und Missgunst gehören hier zum Alltag.
 
Jeder der meint, es gehe ihm schlecht hier, der sollte mal mit uns fahren, und er wird sehr schnell eines Besseren belehrt werden und viele Dinge nicht mehr als selbstverständlich ansehen, sondern jede noch so kleine Leistung als Erfolg ansehen und zufrieden sein.

 

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