REISEBERICHT 8. bis 29. Januar 2015

Donnerstag, 8. Januar

22:15 Uhr: Abfahrt aus Erfurt – Fahrt bis Ungarn verlief problemlos – Zwischenstopp mit Übernachtung

Weiterfahrt nach Tatabaya dauerte 11 Stunden. Nach 6 Stunden Schlaf Weiterfahrt nach Suceava.

Wetter: alles im Angebot, massiven Sturmböen, über Regenschauer, dass die Scheibenwischer es kaum noch geschafft haben und in Rumänien dickes Schneegestöber.

1In den Städten ist überall noch die Weihnachtsbeleuchtung an. Wunderschön anzusehen, wenn man nachts fährt.

 

 

 

 

 

Samstag, 10. Januar

  • 11:00 Uhr Ankunft im Tierheim bei strahlendem Sonnenschein, annehmbaren Temperaturen und lautem Hundegebell.

  • Unsere Mitarbeiter begrüßen uns mit dicken Augenringen – sie sehen sehr, sehr erschöpft aus.

 

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Viele der Streunerhunde aus der Stadt kennen keine Hundehütten. Autoreifen mit Stroh sind da der absolute Renner!

Sonntag, 11. Januar

  • Das Lager ist wieder gut gefüllt
  • Paketausgabe (Spenden) an die Mitarbeiter (jeder hat 2 bekommen – mit Süßigkeiten, Hygieneartikel etc.)
  • Danach wieder „Dogshelter Fashionshopping“ für die Mitarbeiter (jeder darf sich aus den Kleiderspenden etwas aussuchen)
  • Mit Umbauarbeiten begonnen. Eine defekte Holz-Küchentür kam ins Brennholz und wurde durch eine Blechtür ersetzt.
  • Besprechung zur aktuellen Situation im Tierheim

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Dienstag, 13. Januar

  • Holzlieferung – Holz wird für das warme Wasser für die Hunde benötigt und zum Kochen für die Futterspenden vom Einkaufszentrum in der Nähe
  • Der Stellvertretende Bürgermeister kam mit einem Fernsehteam aus Bukarest (TVR)
  • Claudiu Dumitriu (rumänischer Tierschützer) kam fast zeitgleich im Tierheim an, um uns bei dem Gespräch mit dem Bürgermeister zu unterstützen
  • Für 2 Tage 3 zusätzliche Mitarbeiter angestellt um den Schneematsch aus den Zwingern zu bekommen, insbesondere in den Zwingern mit Betonboden. Damit können wir hoffentlich eine Entzündung der Pfoten vermeiden.
  • Wir haben gestern die Annahme von weiteren Streunerhunden verweigert. Das Tierheim ist völlig überbelegt und wir können keine weiteren Hunde aufnehmen. Diese Problematik ist ebenfalls Bestandteil der Gespräche mit der Stadt.

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Mittwoch, 14. Januar

  • Küchentür fertig eingesetzt und eingeputzt

  • Bestandsaufnahme beim Baumaterial durchgeführt (was ist da, was wird gebraucht?)

  • 10:45 Uhr: Termin bei Bürgermeister Lungu: Hundefang ist vorerst ausgesetzt und ein 10 Jahresvertrag soll nach der Budgetentscheidung am 29.01. in der Stadtverwaltung festgemacht werden. Futter soll wohl kurzfristig (innerhalb 1 Woche) geliefert werden. Thema Mülltonnen: kurzfristig sollen dem Tierheim zusätzlich 4 neue Mülltonnen zur Verfügung gestellt werden. Claudiu Dumitriu hat wieder gedolmetscht und die Verhandlungen unterstützt. Danke an Claudiu, ohne ihn wären wir nicht an dem Punkt, wo wir heute stehen!

  • 13:00 Uhr: Termin beim Chef vom Supermarkt, der dem Tierheim regelmäßig abgelaufene Lebensmittel als Futterergänzung zur Verfügung stellt. Wir haben uns und unser Projekt vorgestellt und uns für die Unterstützung bedankt.

  • Wir haben dann beim Supermarkt noch um Kleinholz/Paletten zum Feuern gebettelt und günstig 2 kleine LKW-Ladungen bekommen. Danke an Gabi Markovej – die uns immer alles beim Supermarkt organisiert!

  • Schockstarre: der Hundefänger kommt schon wieder mit 12 Hunden. Donna Cocris (die Tierheimleitung) ist nicht erreichbar. Telefonate ohne Ende. Claudiu (er war schon auf dem Heimweg) versucht den Bürgermeister zu erreichen. Wir verweigerten die Annahme der Hunde! Bürgermeister war peinlich berührt – da wir etwas anderes abgesprochen hatten!

  • Dr. Rusu und Dr. Daniela haben den ganzen Tag Hunde kastriert. Mehr als 10 Stunden lang.

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Mittwoch, 14. Januar

  • News aus dem Rathaus: Das Projekt wird direkt von der Stadtverwaltung sabotiert. Der Hundefänger kam wieder. Herr Lungu hat im Beisein von Frau Cocris den Chef der Hundefängerfirma angerufen und die Aussetzung des Fangens direkt mitgeteilt!!

  • Grundreinigung des OP-Raum durchgeführt (war seit Inbetriebnahme nicht mehr gemacht worden )

 

 

8Donnerstag, 15. Januar

  • Dogshelter-Clothshopping“: die Mitarbeiter haben sich an den letzten 3 Nachmittagen mit Kleiderspenden eingedeckt. Der Rest verteilt Frau Cocris in Suc an arme Familien!

  • Stromausfall: während Dr. Rusu eine Hündin kastrierte (also offene Bauchdecke) ist der Strom plötzlich ausgefallen, kein Problem er hat sich die Stirnlampe aufgesetzt und weitergemacht!

  • Kein Strom, Kein Wasser – Pippi machen im Freien!

 

 

9Freitag, 16. Januar

  • heute wurde begonnen, die Zwinger mit den Patenhunden mit neuen Schildern zu versehen

  • einige Planen wieder festgemacht, die meisten sind noch sehr gut befestigt vom Sommer!

  • am Abend wurde begonnen für das neue Shelter, neue Schilder zu beschriften, da die alten nicht mehr leserlich sind!

  • es sind viele neue Hunde im Shelter und somit wurde wieder den ganzen Tag kastriert.

. Und ansonsten gibt es immer was zum Putzen!!!

  • Ralf hat die Medikamente aus dem Kühlschrank in die Pension gebracht (wegen dem Stromausfall)

  • Bei der Kläranlage mit dem 1.000 Liter Fass Wasser für die Hunde geholt.

  • Gegen 1:30 Uhr gab es dann zum Glück wieder Wasser und Strom!

  • Nicu hat auf der rückwärtigen Straße zum Lager die Bäume mit der Kettensäge beschnitten, damit man mit dem Auto wieder gut durchkommt.

  • Ralf hat in der Küche eine neue Heizung montiert und eine Steckdose repariert.

  • Im Post-OP 2 hat er schnell 2 Eckregale gebaut und davor haben wir das offene Regal platziert, damit man solche Dinge wie Krankenunterlagen, Papierhandtücher usw. zur Hand hat.

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In Rumänien herrscht große Aufregung wegen der von ASPA (rumänische Tierschutz-Aufsichtsbehörde) provozierten Aussagen zu Adoptionshunden. Demnach sind 90 % aller Adoptanten Zoophilisten, bzw. werden Hunde in Deutschland euthanisiert oder für Tierversuche missbraucht. Über die 30.000 Hunde, die nur allein in Bukarest im letzten Jahr auf grausamste Art und Weise getötet wurden, denn von Euthanasie kann man da nicht reden, spricht niemand. Es handelt sich hier um den Versuch, die Existenzberechtigung von ASPA durch Lügen zu rechtfertigen und die gute Arbeit der Tierschützer zu diffamieren. Rumänische Tierschützer sind entsetzt, aber leider bietet dieses korrupte System nur der Hundemafia die entsprechende Plattform. Sollte sich mir (Ralf) noch die Möglichkeit zu einem Fernsehinterview bieten (könnte morgen passieren), werde ich mich zu diesen Lügen äußern.

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Samstag, 17. Januar

  • Großeinkauf im Baumarkt

  • Nicu hat einen Wanddurchbruch (für Wasser- und Stromleitungen) gemacht

  • Nicu hat die Waschmaschine repariert, nachdem Susanne den Wischmop darin gewaschen hatte 😉

  • Es wurden einige kleine Hunde im neuen Gebäude untergebracht, damit sie bei der Kälte nicht draußen sein müssen.

  • Bauliche Substanz im alten Quarantäneraum: Fenster und Türen kaputt, Elektrik mehr als fragwürdig – wieder eine Großbaustelle für Ralf!

  • Ralf hat 3 Leitungen bis in den alten OP gelegt (daher der Mauerdurchbruch), Anschlüsse für Warm- und Kaltwasser vorbereitet.

  • 16 gemauerte und geflieste neue Boxen für die Versorgung kranker / operierter Hunde sollen entstehen

  • Heute gab ein wunderbares Ereignis im Tierheim, was für unsere Begriffe noch zu selten stattfindet. Eine rumänische Familie hat einen Hund adoptiert! Vor lauter Freude haben wir versäumt , ein Foto zu machen!

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Sonntag, 18. Januar

  • Heute haben Ralf und Susanne sich eine Auszeit genommen um mal Durchzuatmen

  • Abends waren wir mit Dr. Sebi und Dr. Daniela bei Donna Cocris zum Essen eingeladen um einiges zu besprechen.

 

Montag, 19. Januar

  • Fenster zum Raum für die kleinen Hunde wurde vergittert

  • Die neuen Boxen nehmen Gestalt an

  • Am Nachmittag wurde wieder ein kleiner Hund adoptiert *freu*

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Dienstag, 20. Januar

  • die Boxen schreiten voran

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Mittwoch, 21. Januar

  • Strahler und Papierhandtuchspender wurden an die Wand geschraubt (bei OP Vorbereitungen fehlen sonst immer Papiertücher)

  • Halterung für die Wasserschläuche wurde montiert. Diese müssen nachts frostfrei gelagert werden und bisher lagen sie sonst immer am Boden im Weg herum.

  • An den Boxenwurde fleißig weitergearbeitet

  • Susanne ist überwiegend mit Reinigungsarbeiten beschäftigt

  • Und nebenbei „produziert“ Susanne neue Zwingerschilder

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Die Nachricht des Tages – die Stadtverwaltung von Suceva hat heute 3,5 t Trockenfutter mittlerer Qualität geliefert, Bürgermeister Lungu hält Wort!

 

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Donnerstag, 22. Januar

  • Heute wurde ein kleiner Welpe adoptiert *freu*
  • Susanne führt Reinigungsarbeiten durch
  • Ralf arbeitet weiter am Boxenraum

 

Samstag, 24. Januar

  • Fotos vom alten Gebäude: 50 % der Elektrik hat Ralf bereits erneuert.
  • Instandsetzung Zwinger

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Ein ganz besonderer Todesfall

In unserem Tierheim sterben die Hunde einsam, still und leise, keiner bekommt es mit, man findet sie dann tot auf dem nackten Boden liegen.

Es ist eine grausame und herzlose Vorstellung und niemand kann im Moment etwas dagegen tun. Bei aller Mühe, bei aller Hingabe, es wird nicht ausbleiben, dass es weiter geschieht. Zu viele Hunde sind hier im Tierheim untergebracht oder besser aufbewahrt, als Leben kann ich das nicht bezeichnen und es macht mich traurig, wütend und bringt einen an den Rand der Verzweiflung.

Aber gestern war ein ganz besonderer Todesfall. Im Zwinger im Gebäude lag ein schwer kranker 9 jähriger Hund Names Puna, er kam als Welpe in das Tierheim und Dr. Rusu Catalin kennt ihn seit dieser Zeit. Dem armen Hund ging es so schlecht, man konnte ihn nur noch erlösen.

Im Raum war es so still, kein Hund bellte, kein Hund jaulte und selbst der Hund, der immer Terz macht, wenn er einen anderen sieht schwieg. Er schaute durch seine Box mit seiner Schnauze liegend auf dem Fußboden und ich hatte den Eindruck, er nimmt Anteilnahme … Ich (Susanne) habe den Hund bis zu seinem Ableben begleitet, es war sehr traurig, auch wenn ich ihn nicht kannte. Die ganze Situation brachte mich zum nachdenken, was für eine gute Seele und ein tiefes Empfinden haben doch die Tiere, mögen wir uns daran ein Beispiel nehmen. Auch Dr. Catalin war der Abschied, sehr, sehr schwer gefallen!

Ich sende dem lieben Wuff alles Gute auf der Regenbogenbrücke, möge er dort seine Ruhe und seinen Frieden finden und ich habe ihm gesagt: Grüße bitte meine Tina und meinen Hugo von mir!

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Sonntag, 25. Januar

  • Instandsetzung eines Zwingers
  • Nina Schöllhorn und Christina Schomann vom Tierärztepool sind heute für zwei Wochen angekommen und werden sowohl Tierheimhunde als private Tiere kastrieren und wird auch wieder ein paar Hunde mitnehmen

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Montag, 26. Januar

  • 39 Hunde machen sich auf die Reise in ein glückliches Leben

 

Dienstag, 27. Januar

  • Ordnung im Eingangsbereich gemacht (Ralf und Nicu)

  • Im OP- und OP-Vorraum wurden Zusatzheizungen montiert

  • Hundefangstäbe wurden repariert (diese sind in Ausnahmefällen notwendig)

  • Im Boxenraum wurden eine neue Tür und ein neues Fenster eingebaut

  • Susanne hat die Hunde auf der Krankenstation versorgt und wieder Reinigungsarbeiten durchgeführt

  • Dr. Sebastian und Ralf hatten am Abend eine Besprechung mit Frau Cocris

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Mittwoch, 28. Januar

  • Der Boxenraum wurde im Rohbau fertiggestellt

  • Die Ärzte haben einen Dokumentensafe bekommen

 

Donnerstag, 29. Januar

Nach genau 3 arbeitsintensiven Wochen treten wir unsere Heimreise an. Mit einem lachenden Auge, weil wir endlich zu unserer eigenen Familie und unserem Hund nach Hause zurückkehren und mit einem weinenden Auge, weil wir 1.500 Hunde zurücklassen müssen…

 

Damit wir nie vergessen, für wen wir all diese Strapazen auf uns nehmen … stehen diese drei armen Seelen!

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Niemand begeht einen größeren Fehler, als derjenige, der nichts tut, nur weil er meint, dass er zu wenig tun könnte …

 

Bitte unterstützt uns auch weiterhin!

Danke,

Eure Susanne Trautmann-Grübl

IBAN: DE05820510000163046859
BIC: HELADEF1WEM

Paypal: suceava-memory-of-tina@t-online.de

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