Fakten vom Tierheim Suceava
 
– das Tierheim liegt etwa 5 Minuten außerhalb der Stadt
– es hat eine Größe von etwa 3500 m², genau kann man es nicht sagen
– in dieser Anlage befinden sich etwa 150 Zwinger,
– zur Zeit befinden sich ca. 820 Hunde und ca. 100 Welpen dort
 
Zwinger:

  • haben unterschiedliche Größen, und ein richtiges System der Aufstellung der Zwinger kann man nicht wirklich erkennen
  • sie wurden aus Baustahlmatten gebaut
  • der Untergrund besteht überwiegend aus der placken Erde
  • nur wenige Zwinger haben Schotter auf dem Boden, was aber die Reinigung sehr erschwert
  • es sind unterschiedliche Zwingergrößen vorhanden
  • in den Zwingern befinden sich Hundehütten, teilweise neue oder völlig desolate Hütten, einige Hütten stehen auf Holzpaletten
  • die Türen zu den Zwingern sind sehr marode, und die Schlösser meistens defekt
  • es gibt bei ganz wenigen Zwingern eine Überdachung als Schutz vor Regen und Sonne
  • an den Zwingern befinden sich Wassernäpfe
  • richtige Fressnäpfe sind nur in einigen Zwingern vorhanden, die anderen haben alte Schüsseln, oder Töpfe oder Eimer
  • es gibt bei ganz wenigen Zwingern eine Überdachung als Schutz vor Regen und Sonne
  • in den einzelnen Zwingern befinden sich zu viele Hunde

 
Fazit:

Als Zwinger kann man sie nicht beschreiben, viele müssen repariert werden, damit sie einigermaßen den Anforderungen entsprechen und die Hunde sich nicht  verletzen, da sie größtenteils defekt sind.

 

Gebäude:

  • befindet sich direkt auf dem Gelände
  • es besteht aus mehreren Räumen
  • Vorraum, Küche, Flur, OP- Raum
  • das ganze Gebäude befindet sich in einen erbärmlichen Zustand
  • die Küche verfügt über kein warmes Wasser, muss über den Gasherd mit Propangas erhitzt werden
  • es fehlt einfach an Abstellmöglichkeiten
  • Hunderte von Fliegen sind in der Küche und es ist sehr unangenehm
  • die Abstellkammern und die Vorratsräume sind dunkel
  • die Decken sind nicht glatt sondern erinnern an eine Felsendecke
  • alles sehr beengt
  • vor dem Gebäude ist eine so genannte offene Regenrinne, hier sammelt sich das stinkende Wasser
  • vom Dach des Gebäudes fließt das Regenwasser über eine kurze Abdeckung über die Zwinger hinein
  • man kann zu sehen, wie die Zwinger sich mit Wasser füllen, da das Regenwasser nicht abfließen kann

 
Soziale Einrichtungen für die Mitarbeiter

  • eine Toilette existiert in Form eines Plumpsklos
  • Wasser gibt es nur in der Küche, oder draußen im Gelände
  • warmes Wasser muss erhitzt werden
  • eine Dusche befindet sich draußen auf dem Gelände, Marke Eigenbau, als Dusche eigentlich nicht zu bezeichnen
  • alles ist sehr primitiv und notdürftig gehalten, man merkt, dass für ordentliche Arbeitsverhältnisse kein Geld da ist
  • für mich unbeschreiblich, wie man dort täglich arbeiten kann unter den niedrigsten Umständen
  • rin Aufenthaltsraum existiert nicht und ein Umkleideraum ist eher notdürftig als solcher eingerichtet worden

 

Mitarbeiter vor Ort

  • es arbeitet vor Ort ein Tierarzt, Dr. Catalin
  • Christina ist seit 1. August unsere Chefin
  • Costica ist für Futter, die Tiere und Käfige zuständig
  • Nico ist für Futter, die Tiere und Käfige zuständig
  • 1 Arbeiter für Wasser und die Welpenküche zuständig
  • Maria Adoption

 

3 Arbeiter von der Stadt bezahlt:

  • Fangen die Hunde auf der Strasse ein und bringen sie ins Tierheim
  • Reinigung der Käfige

Man kann hier nicht genau festlegen, wer was macht, da die Arbeiten ineinander übergehen, und es wird gearbeitet, so wie es gerade die Situation zulässt.

 

Unsere Reise ins Tierheim Rumänien / Suceava
 
Mein Mann und ich sind das erste Mal nach Rumänien / Suceava ins dortige Tierheim gefahren. Am Montag, dem 15.07.2012, ging es los. Unser Transporter war voll gepackt mit Futter, Sachspenden, Wassertrögen, Holz und vielem mehr. Da wir nicht alles in den Transporter hineinpacken konnten, mussten wir noch einen Hänger anhängen. So fuhren wir los, größtenteils nur Landstraße. Wir durchquerten die Länder Tschechien, Österreich und Slowenien, und kamen dann nach fast 3 Tagen in Rumänien an. Es war eine sehr schöne Reise, die Landschaft war ein Traum. So viele Facetten haben wir wahrgenommen, so viele verschiedene Eindrücke haben wir erleben dürfen, so schnell vergessen wir den schönen Zauber der Reise nicht. Wir möchten hier aber hauptsächlich über das Tierheim berichten und ich hoffe nun, einige Fragen beantworten zu können.
 
Lage und Ausstattung des Tierheimes:
Das Tierheim liegt etwa 10 Minuten von der Hauptstraße, die durch Suceava führt, entfernt. Viele Hunde sehen wir auf der Strasse, sie sind sehr dünn und ungepflegt. Eine schlechte Straße entlang eines Flusses bringt uns zum Tierheim. Man hört schon von Weitem ein lautes und durchdringendes Bellen. Wir nehmen den Gestank, der uns entgegen kommt, ungern wahr. Er kommt nicht nur vom Tierheim, sondern ein kleiner Bach modert vor sich hin, und der Geruch ist beißend. Mücken fliegen nur so herum und surren einen am Ohr entlang. Ja, jetzt sind wir endlich da….
 
Laut, aufgeregt und bellend kommen uns die Hunde entgegen. Man kann nicht fest stellen, wie viele es eigentlich sind. Große und kleine Hunde, alle unheimlich dünn, sehr ungepflegt, einige tragen Verletzungen mit sich, andere sind völlig verfilzt und riechen tun sie alle nicht gut. Wir müssen hupen und höllisch aufpassen, dass wir keinen Hund überfahren. Sie belagern einfach den ganzen Weg, hier wird deutlich gemacht, wem das Gebiet gehört.
 
Also jetzt raus und durch, denn anders geht es nicht, mir ist schon ein bisschen komisch, denn ich hatte bis dato selten Kontakt zu großen Hunden. Wir wurden aber sehr schnell sehr freundlich von den Vierbeinern begrüßt, schwanzwedelnd kamen sie an, beschnupperten uns, wir konnten gleich streicheln und ich war so überrascht, wie brav die Hunde sind, einige hatten fürchterliche Angst vor uns und suchten lieber das Weite. Die ersten Bilder, die wir eingefangen haben, waren erschreckend, so viel Dreck, so ein großes Durcheinander, keine Struktur, keine Ordnung, alles alt, baufällig, marode, einfach das absolute Chaos, was ich so noch nicht erlebt habe. Wir sahen die ersten Kettenhunde, ein trauriger Anblick, so schöne Hunde und so kurz an der Leine. Sie wedelten mit dem Schwanz, dass wir sie ja mal streicheln, was wir auch getan haben.
 
Die Hundehütten sind fast alle marode und bieten nur wenig Schutz. Im Sommer sind sie ok, aber im Winter eigentlich nur bedingt von Nutzen. Überall lag Dreck herum, der Müllstandplatz war ein einziger, überquellender, stinkender Ort. Daneben war eine große Fläche Morast, die Fliegen und Mücken fühlten sich dort wohl, wir fanden es nur widerlich und sahen zu, dort weg zu kommen. Auf dem Weg zum Gebäude begleiteten uns unzählige Hunde, aber alle waren sehr freundlich zu uns. Die Mitarbeiter vor Ort begrüßten uns sehr herzlich. Wir gingen in das sogenannte Gebäude, dort lagen viele Hunde , um Schutz vor der glühenden Sonne zu finden. Der Gestank war entsetzlich. Nur die blanke Erde hatten wir unter den Füßen, der Vorraum war dunkel, schwarz, erinnerte mich an einen Kohlenkeller und der war besser in der Ausstattung.
 
In der Küche, die ein Durchgangzimmer war, flogen Hunderte von Fliegen, alles war voller Fliegendreck, stickige Luft, man konnte kaum Luft holen. Hier wird das Futter für die Welpen zubereitet. Es fehlt an Abstellmöglichkeiten und alles ist viel zu eng. Man weiß nicht wo man sich hinstellen soll, es ist so fürchterlich eng. In der Küche gibt es nur kaltes Wasser, einen Gasherd, welcher mit Propangas versorgt wird, und viel zu wenig Platz, um arbeiten zu können. Die Fliegen schwirren um uns herum, man muss aufpassen, dass keine in den Mund fliegt, so viele sind es. Die anderen Räume sind nicht viel anders.
 
Es gibt keinen ordentlichen Fußboden, keine Fliesen an den Wänden, die Decken sehen aus wie in einer Höhle, schwarz, dunkel und unförmig. Für mich ist das ganze Gebäude ein Gruselkabinett. Ich frage mich, wie man dort nur arbeiten kann, ich könnte es nicht. Die Toilette befindet sich ein Stück weg vom Gebäude, es ist ein Plumsklo, das keiner von uns wirklich benutzen möchte. Vor dem Gebäude ist eine Rinne mit extrem stinkenden Wasser drin. Alles versifft, modrich, dreckig. Die ganze Anlage verfügt über keinen ordentlichen Boden, alles nur Erde oder Kies.
 
Die Zwinger sind alle nur notdürftig zusammengebaut, kein ordentlicher Halt, keine Trennmauer zwischen den Zwingern, die provisorischen Türen zum Zwinger sind nur mit sie anzureden. In den Zwingern sind viel zu viele Hunde. Jeder Zwinger hat eine andere Größe, manche haben gut erhaltene Hundehütten, bei anderen denkt man, sie fallen gleich auseinander. In den Zwingern sind Unmengen an Kot und Dreck. Kaum ein Zwinger hat eine Abdeckung, so sind die Hunde der Witterung völlig ausgesetzt. In den Fressnäpfen befinden sich noch die Essensreste vom Vortag.
 
Die ganze Zwingeranlage ist so unübersichtlich, man hat Mühe, sich zurecht zu finden. Überall wo noch ein kleines Plätzchen ist, sind die Kettenhunde vorzufinden. Die einen haben fürchterliche Angst und Verkriechen sich postwendend in die desolaten Hütten, andere keifen fürchterlich, und wiederum andere warten auf ihre Streicheleinheiten.Es ist so traurig, das mit anzusehen, wie die Hunde leben müssen. Ich kann es als Leben nicht bezeichnen, für mich ist das ein Siechtum.
 
Vor Ort sind 3 festangestellte Mitarbeiter, sie kämpfen sich durch die Arbeit. Sie geben wirklich alles, aber es muss am Tag 2 mal Wasser ausgeteilt werden, 2 mal Futter, Welpen müssen 2 mal versorgt werden, und zwischendurch gilt es noch, Hundekämpfe zu beenden, und dem Hundefänger die Hunde abzunehmen und irgendwohin verteilen, wo eben noch Platz ist.
 
Es fehlen hier einfach Arbeitskräfte, um die notwendigsten Arbeiten einigermaßen ordnungsgemäß zu verrichten und ich möchte deutlich machen, ich ziehe den Hut vor den Mitarbeitern, ihre Liebe zu den Hunden und den unermüdlichen Einsatz. Wir haben versucht, einiges vor Ort zu verbessern und wir hatten die Unterstützung von zwei Arbeitern, die wir eingestellt hatten. Mit ihnen zusammen konnten wir Hundehütten bauen, im Vorratslager haben wir Licht eingebaut, das Vorratslager aufgeräumt. Einen Zwinger haben wir neu geschaffen, den haben die Hunde mit Freude angenommen. Er war groß und sauber. Ich habe noch nie erlebt, dass es Hunde gibt, die freiwillig in einen Zwinger ein ziehen.
 
Wir waren 10 Tage vor Ort und mussten auch viel Leid miterleben. So kommen fast jeden Tag die Hundefänger von der Stadt mit eingefangenen Hunden. Diese sind völlig verstört, tragen Verletzungen mit sich und sind apathisch. Wieder einige Hunde mehr, wohin tun wir sie, es ist eigentlich kein Platz mehr da. Wir haben mitansehen müssen, wie sich ein tödlicher Kampf im Zwinger vollzog, schreien, wimmern, heulen…. ein Hund wurde zu Tode gebissen. Wir haben erlebt, wie kleine Welpen angekommen sind, halb verhungert, verstört, es zerreißt uns das Herz.
 
Ich denke an meine beiden Cocker zu Hause, wie gut es ihnen bei uns geht wird mir jetzt so richtig klar. Was die Tiere hier entbehren müssen, dafür gibt es keine Worte, die das Ausdrücken könnten. Aber wir haben auch sehr schöne Momente gehabt. Die Menschen im Tierheim waren uns gegenüber so freundlich und ehrlich, wir haben zusammengearbeitet, gelacht und geschafft. Wir waren wie eine kleine Familie, keiner hatte schlechte Laune, jeder hat jedem geholfen, und zusammen sahen wir unheimlich schmuddelig aus. Ich möchte gar nicht wissen, wie wir gerochen haben, meine Nase hat sich nach ein paar Tagen an alles gewöhnt.
 
In der Woche vor Ort haben die Leiterin vor Ort, Frau Schulz, Dr. Catalin und mein Mann mehrere Besuche bei den örtlichen Behörden gehabt. So sprachen Sie mit dem 2. Bürgermeister über den weiteren Werdegang des Tierheimes. Die Stadt Suceava hat bis jetzt kein großes Interesse an der Situation des Tierheimes gezeigt. Für sie galt nur, Hund abgeben und fertig. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt, und ob es doch noch zu einer gewissen Einsicht kommt, dass die Stadt eine Verantwortung den Tieren gegenüber zeigen muss. Es kann ja nicht sein, dass der BMT und Spender aus Deutschland das Tierheim unterhalten, auch die Stadt muss was tun! Es wird noch weitere Gespräche geben und drücken wir die Daumen, dass diese positiv für die Tiere vor Ort ausfallen.
 
Nach 10 Tagen haben wir die Heimreise angetreten. Wir waren sehr traurig darüber, denn trotzt der Umstände, die vor Ort existieren, und den tragischen Ereignissen, haben wir uns dort unheimlich Wohl gefühlt. Wir haben gewusst, wofür wir am Morgen aufstehen, wofür wir uns so ins Zeug legen, der Dank der Mitarbeiter und der Hunde war uns gewiss. Man könnte noch so Vieles schreiben und hat trotzdem noch nicht alles erwähnt.
 
Wir freuen uns sehr, bald wieder vor Ort zu sein und wir wünschen uns, dass wir viele Unterstützer finden, damit wir weiter helfen können.
 

Ich bedanke mich sehr für Ihr Interesse, und vielleicht können Sie uns finanziell ein bisschen unterstützen. Wir arbeiten gern im Tierheim, wir nehmen gern die Strapazen und Kosten auf uns, aber alles können wir nicht alleine stemmen. Für uns zählt jeder Euro, damit kaufen wir in Suceava Baumaterialien und werden die Zwingersituation verbessern und noch vieles mehr. Je mehr wir Material zur Verfügung haben, um so mehr wird geschaffen, sowohl für die Mitarbeiter, als auch für die vielen armen Hundeseelen.
 
In diesem Sinne herzliche Grüße von
Susanne und Ralf Trautmann

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