Reisebericht aus Suceava vom 09.11. – 21.11.2013

Endlich war es wieder soweit, unsere Reise ins Tierheim nach Suceava/Rumänien konnte stattfinden. Lange waren wir ja nicht mehr vor Ort, denn unser Transporter hatte einen Motorschaden und in der Firma von Ralf gab es Unmengen an Arbeit. Um so mehr packte uns dann wieder das „Suceavafieber“. Wer einmal dort war, der kann nicht mehr ohne das Tierheim sein. Die vielen Hunde lassen einen einfach nicht mehr los, und die Gedanken drehen sich nur um sie und ihr Dasein. Unser Transporter war wieder voll mit tollen Spenden. Immer und immer wieder sind bei uns große Pakete eingetrudelt und es ist ein Gefühl wie Weihnachten, was wird wohl drin sein ??? Wir benötigen ständig die ganze Palette aller Reinigungsmittel, alle Arten von Wischlappen bis hin zum Zewatuch. Die Hunde benötigen ganz viele Krankenunterlagen, damit sie nicht in der Nässe liegen müssen. Die gespendeten Handtücher oder auch Bettwäsche dienen als Unterlage, damit es die Hunde etwas weicher haben, und darauf kommen dann die Krankenunterlagen. Gleich ist es etwas gemütlicher für die Hunde, sie fühlen sich wohl und werden schneller gesund. Natürlich sind diese Krankenunterlagen sehr teuer, aber sie sind für die Hunde unentbehrlich. Denn wer möchte schon gerne, noch dazu wenn er krank ist, dann auch noch in einer nassen und kalten Box liegen? Niemand, wir bestimmt auch nicht!

Auch diesmal konnten wir wieder viele Säcke mit Trockenfutter und Dosen mit Nassfutter für die Hunde einpacken, dafür sind wir auch sehr dankbar. Viele andere Dinge von A – Z, die man alle gar nicht aufzählen kann, sind auch in unseren Transporter gewandert. Es wird in Suceava alles, aber auch alles benötigt und auch sofort genutzt. Denn der rumänische Tierschutzverein, der mit uns zusammenarbeitet, besitzt kein Geld und bekommt auch nur ganz geringe Spenden. Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir ausser Geldspenden auch Sachspenden bekommen.

Ich werde oft gefragt, wie es denn so in Rumänien so ist. Viele können sich gar nicht vorstellen, wie es dort aussieht. Es gibt dort wunderschöne Gebäude, wie bei uns auch, aber teilweise sind die Häuser auch sehr heruntergekommen. Man sieht genau, wer Geld hat und wer nicht. Armut und Reichtum liegen hier sehr dicht beieinander. Sämtliche Automarken sind auch in Rumänien vertreten mit glänzenden Karosserien, und daneben der Pferdekarren mit dem ausgemerkelten Pferdchen. Es gibt auch Baumärkte und Lidl, Aldi und Kaufland haben auch in Rumänien ihren Einzug gehalten. Es gibt auch sehr große Einkaufscenter, gerade jetzt zur Weihnachtszeit sind sie sehr schön gestaltet. Ja, jetzt denkt ihr bestimmt, die haben doch alles, es ist ja wie bei uns. Ja, sie haben alles, können es sich aber nicht leisten, weil alles sehr teuer ist, es ist in etwa das Preisniveau wie bei uns.

Unsere Mitarbeiter im Tierheim bekommen moantlich ca. 250,00 Euro netto, davon muss noch die Miete und die Nebenkosten bezahlt werden, und etwas essen und trinken müssen die Menschen ja auch. Im Vergleich zu anderen Gehältern vor Ort sind die 250,00 Euro schon ein gutes Gehalt, aber trotzdem reicht es für unsere Mitarbeiter nicht zum Leben und nicht zum Sterben, und sie wissen oft nicht, wie sie über die Runden kommen sollen. Dieses Wissen um dieses Elend macht mich ganz krank. Die Klippe zwischen arm und reich sieht man vor Ort ganz deutlich. Alte Menschen betteln und und junge Menschen fahren teilweise die teuersten Autos und sind nach der neuesten Mode gekleidet. Jeder ist sich selbst der Nächste und versucht so durch´s Leben zu kommen.

Unser Tierheim war in einem guten Zustand, den Tieren geht es gut und sie werden auch gut versorgt. Dank der regelmässigen Futterspenden werden sie auch gut durch den Winter kommen. Aber gerade deshalb sind wir auch weiterhin auf Geld- und Futterspenden angewiesen, damit wir diesen Stand halten können. Wir haben jetzt ca. 1.100 Hunde im Shelter. Auch in Suceava wurden sehr viele Hunde eingefangen, aber zu unserer Beruhigung wurden dort keine Tiere getötet. Nach einem Termin beim Bürgermeister der Stadt wurde uns versichert, dass sie sehr dankbar sind für die Hilfe unseres Vereins und nicht vorhaben, die Tiere zu töten. Diese Zusicherung war und ist für uns eine große Erleichterung, denn ich kann und will es mir nicht vorstellen, wie die Menschen auf die Tiere losgehen um sie zu töten. Alleine diese Vorstellung kann ich nicht verkraften und ihr bestimmt auch nicht.

Es gibt aber nicht nur praktische Arbeit im Tierheim, nein es gibt auch viel organisatorisches zu erledigen. Das Tierheim ist wie eine Firma, die gut geführt und betreut werden will. Vieles wissen die Mitarbeiter nicht und man muss sie an manches heranführen und es ihnen zeigen und erklären. Zum Glück sind sie sehr willig und dankbar für jeden Vorschlag, der zur Erleichterung ihrer Arbeit beiträgt. Ich bin immer wieder traurig, wenn ich die armen Fellnasen vor Ort sehe und denke dann, wie gut es doch meiner Cockerdame Paula bei mir geht. Die Hunde im Tierheim sind sehr freundlich und lieb, man hört sie nicht jammern. Sie sind dankbar für jedes liebe Wort, jede sie streichelnde Hand, davon zehren sie wochenlang. Wenn ich nur könnte würde ich ihnen viel mehr davon geben, aber leider geht es nicht.

Ralf war wieder am wühlen, ganz in seinem Element. Im Lager reichte der Platz weder vorne noch hinten, und so hat er schnell ein Hochregal gebaut. Jetzt hoffen wir, dass wir auf absehbare Zeit endlich genug Platz haben, um alles unterzurbingen, denn Ordnung muss auch gerade im Lager sein. Eine Strasse wurde von der Stadt durch´s Tierheim gebaut, leider ist der Abstand zwischen der Strasse und dem Boden so hoch, dass die Müllabfuhr wochenlang keinen Müll abholen konnte. Diesem Zustand musste natürlich Abhilfe geschaffen werden. Also hieß es…..Kies besorgen um eine Abstufung zu schaffen. Uff, das war eine ganz schöne Schufterei……, aber es hat sich gelohnt. Ansonsten können wir mit dem Zustand des Tierheims zufrieden sein, es ist eben nicht Deutschland und es braucht ..zig Jahre, um überhaupt einen annähernden Standard wie in Deutschland zu bekommen. Aber wir bleiben am Ball, in der Hoffnung, dass ihr Tierfreunde uns weiterhin so unterstützt wie bisher, denn nur dann ist es machbar und nur so können wir zukünftige Pläne realisieren. Nur gemeinsam können wir es schaffen.

In diesem Sinne sende ich euch allen liebe Grüsse Susanne und Ralf

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