Ich weiß auch nicht genau, wie es passiert ist, ich war ja noch so klein, aber auf einmal war Mama nicht mehr da, ich saß unter so einem großen stinkenden Ungetüm aus Metall und viele andere dieser Monster fuhren da herum – ich hatte schreckliche Angst. Mama hat gesagt, dass diese Ungetüme sehr gefährlich sind, aber sie war nicht da, um mir zu sagen, was ich tun soll. Ich zitterte vor Angst, so ganz alleine mit vielen unbekannten und angsteinflößenden Dingen um mich herum.

Da kam eine Frau, und obwohl ich mich versteckt habe, hat sie mich nach einer ganzen Weile, in der sie versuchte, mich zu fangen, auf den Arm genommen. Sie nahm mich mit an einen Ort, wo es gaaanz viele Hunde (die Menschen sprechen von 1000) gab und den sie „Tierheim“ nannten. Dort wurde ich gründlich untersucht und ich sah, dass sie sehr traurig waren und erschauderten, denn ich war von oben bis unten mit Plagegeistern, die sie „Zecken“ nannten, übersät, und das waren nicht die einzigen Lästlinge.
Die Zecken mussten raus, sagten sie, komme was wolle, und so begannen die Pfleger nach und nach mich von den Plagegeistern zu befreien….ich schrie, schimpfte, weinte und war so unglücklich, aber es ging nicht anders, sonst wäre ich verloren, das verstand ich, obwohl ich erst 5 Wochen alt war.

So hat mich das Ehepaar Trautmann-Grübl (Susanne und Ralf) im Juli 2012 kennen gelernt, zwar ohne Zecken, aber überall hatte ich fürchterliche Stiche. Meine Haut war völlig gerötet und entzündet und ich war auch ganz dünn. So päppelten sie mich Stück für Stück hoch….gutes Futter, Medizin und Zeit für tolle Streicheleinheiten, die ich lauthals einforderte.

Susanne und Ralf arbeiteten zu dieser Zeit dort in Suceava, Rumänien, zum ersten Mal ein paar Wochen den ganzen Tag lang. Susanne kümmerte sich um die kranken Tiere und die Kleinsten, die in den Boxen untergebracht waren. So lernte sie einen kleinen, weiß-braunen Hund kennen – mich.

Ich war ängstlich, aber nicht scheu, und meine braunen Knopfaugen beobachteten sie bei jeder Handbewegung. Ich ließ alles über mich ergehen und freute mich riesig, wenn man mich mal in die Hand nahm. So lernten wir uns beide kennen, mit jedem Tag ein bisschen mehr. Es wurde dann so stark, dass ich sofort anfing zu heulen und zu jaulen, sobald ich ihre Stimme nur im Ansatz hörte. Es brach Susanne das Herz, sagte sie mir, denn sie wusste, sie konnte keinen Hund mit nach Hause nehmen, dort warteten bereits zwei Lieblinge, und ein dritter ging einfach nicht. Ich sah alle meine Hoffnung fahren…

Aber sobald Susanne im Tierheim war, schnappte sie sich mich und schleppte mich mit herum. Wie ich das genoss, sag ich euch, schmatzend, erzählend und grunzend kuschelte ich mich an ihren Hals. Sie mochte mein schönes Fell und den Geruch nach Welpe. Besteht doch noch Hoffnung?
Susanne interessierte sich sehr für mich und meine entsetzlich traurige Geschichte, die ihr von der damaligen Tierheimleiterin, Fr. Dr. Schulz, erzählt wurde.

Mein Schicksal hat Susanne bei ihrer FB-Gruppe gepostet…..was ist ein Pupperich. Keiner kannte die Antwort, aber alle waren hin und weg, als sie die ersten Bilder von mir gezeigt hat. Was haben die lieben Tierfreunde sich gefreut und eine hat ganz, ganz laut geschrien…….den muss ich haben…der muss zu mir und der kann unmöglich im Tierheim bleiben. Ich hatte so viele Engel die mich beschützt haben und jetzt habe ich ein neues zu Hause gefunden. Ein Zuhause bei einer lieben Familie, wo ich zu einem stattlichen Burschen herangewachsen bin, mein Leben genieße, lieb, treu und sehr verschmust bin, kein Wunder, Susanne hat mich ja so verwöhnt im Tierheim. Nun heiße ich Felix, wie passend, nicht, und bin das Vereins-Maskottchen.

Alle begleiten mich auf meinem Weg und ich erinnere sie immer und immer daran, dass noch viele Tiere ihre Hilfe und Unterstützung benötigen. Und wenn sie traurig sind über so viel Leid im Tierheim, schauen sie mein Bild an. Das gibt ihnen die Energie, die vielen Aufgaben zu bewältigen, die dort noch warten, um das Leben im Tierheim erträglicher zu gestalten.. Wir sind alle froh und glücklich, besonders ich, dass wir ein so wundervolles Happy End erleben durften. Und hoffen, dass es vielen meiner Kumpels ähnlich ergehen wird.

Euer Pupperich Felix

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