REISEBERICHT

30. September – 13. November 2016

 

Dieses Mal machten sich Susanne Trautmann-Grübl, Ralf Trautmann und ein weiterer Helfer auf den langen Weg nach Suceava. Ralf und ein Helfer sind eine Woche geblieben, Susanne die kompletten 6 Wochen. Pit Hermann-Joseph Ohlig war in der Woche vom 21.10.-28.10. in Suceava, um wieder tatkräftig zu unterstützen. Am 10.11. machte sich Ralf Trautmann noch einmal mit einen PKW und Anhänger voll Sachspenden auf den Weg nach Suceava, um Termine wahrzunehmen und um Susanne abzuholen und nach ihrem 6-wöchigen Arbeitseinsatz nach Hause zu fahren.

Wie immer wurden nach Ankunft in Suceava als erstes die Sachspenden ausgeladen und im Lager verstaut. Vielen herzlichen Dank an alle Spender, die so kurzfristig dafür gesorgt haben, dass der Transporter voll wurde 🙂

 

Situation nach Abriss von Zwingern im alten Teil des Tierheimes

Es war das erste Mal, dass die Helfer aus Deutschland das Tierheim nach dem Abriss von Zwingern im alten Teil des Tierheimes gesehen haben. Wie wir in unserer Facebook-Gruppe berichteten, mussten diese Zwinger auf Anordnung der Veterinärbehörde leider abgerissen werden, da sie nicht den Mindestanforderungen entsprachen (Steinboden, Dächer).

Von den ehemals 190 Zwingern sind nun noch 141 Zwinger übrig (108 im neuen Teil und 33 im alten Teil des Tierheimes). Dabei muss man bedenken, dass zu Spitzenzeiten 1.200 Hunde im Tierheim untergebracht waren und jetzt noch 700. An der Stelle, an der die Zwingeranlage stand, ist nun eine große Freifläche entstanden.

Kein Trinkwasser im Tierheim

 

Gleich zu Wochenbeginn um 09:00 Uhr morgens die Schreckensnachricht:

Die Trinkwasserversorgung ist aufgrund einer Störung im Wasserwerk zusammengebrochen! Das bedeutet: 700 Hunde ohne Wasser und das bei warmen Temperaturen. Unvorstellbar – niemand wusste wie lange es dauern würde, bis wieder Trinkwasser zur Verfügung steht…Die Mitarbeiter telefonierten herum und fanden eine alternative Quelle zur Beschaffung von Wasser. Sie machten sich mit einem großen Tank auf den Weg (siehe Bild, dieser Tank ist übrigens auch eine Spende aus Deutschland gewesen 🙂 ). Kaum waren sie mit dem wertvollen Nass zurück, kam die Nachricht: Es kommt wieder Wasser aus der Leitung! Alltag in Rumänien…wichtig ist aber, dass die Mitarbeiter selbst schnell eine Lösung gefunden haben, sie sind improvisieren gewohnt.

Dünne Hunde

Susanne hatte bei diesem Arbeitseinsatz ein besonderes Augenmerk auf dünne Hunde. Generell ist ihr aufgefallen, dass es viele übergewichtige Hunde gibt, aber auch viele sehr dünne Hunde. Die dünnen Hunde sind meist sehr ängstlich und werden von den stärkeren Hunden gemobbt und schaffen es so nie, sich richtig satt zu fressen. Beim ein oder anderen können auch Zahnprobleme der Grund für das Abmagern sein. Susanne hat nun einen Plan erstellt und an jedem Zwinger mit dünnen Hunden ein Hinweisschild für die Mitarbeiter angebracht: Es bedeutet: Achtung! Hier mehr Futter bereitstellen und darauf achten, ob alle Hunde fressen können. Zusammen mit den Tierärzten hat Susanne einige dünne Hunde in einen extra Zwinger umgesetzt, wo sie jetzt besondere Aufmerksamkeit bekommen und aufgepäppelt werden. Außerdem wurden viele Hunde zur Fell- und Zahnpflege auf die Krankenstation geholt, dazu später mehr.

Vertragsverlängerung zur Betreuung des Tierheimes

Zum 30.09.2016 lief der zwischen der Stadt Suceava und unserem Partnerverein „Proanimals Tina“ geschlossene Vertrag zur Betreuung des Tierheimes aus. Ralf Trautmann konnte als Präsident von Proanimals Tina bei einem Treffen mit dem Bürgermeister eine Vertragsverlängerung für ein weiteres Jahr bis 30.09.2017 unterschreiben. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir unsere Arbeit fortsetzen können.

Fell- und Zahnpflege

In einem Tierheim wie Suceava mit 700 Hunden besteht leider nicht die Möglichkeit, die Hunde regelmäßig zu bürsten. Bei den langhaarigen Rassen verfilzt deshalb das Fell mit der Zeit und macht dem Hund arge Probleme und führt auch zu Parasitenbefall. Viele Hunde werden auch von den Tierfängern auf der Straße aufgelesen und kommen in solch einem Zustand ins Tierheim. Susanne hat deshalb gezielt solche Hunde aufgespürt und nach und nach auf die Krankenstation gebracht. Dort haben sie von den Tierärzten eine leichte Narkose bekommen, dann wurden sie geschoren und bei der Gelegenheit gleich die Zähne von Zahnstein entfernt. Das klappt prima mit dem tollen Zahnreinigungsgerät, welches wir vor kurzem als Spende erhalten haben 🙂 .

Stroh für die Hunde

Eine Tierfreundin hatte in ihrer Verkaufsgruppe fleißig Geld gesammelt und so konnte in Suceava ein Transporter voll Stroh für die Hunde gekauft werden. Das Stroh ist sehr wichtig für den Winter und wird als Isolierung in die Hundehütten gegeben. Vielen herzlichen Dank an alle Spender.

Verlegung von Stromleitungen und Anbringung von Beleuchtung

Im Bereich der Hundezwinger gab es bisher keine Beleuchtung. Bei diesem Arbeitseinsatz haben Ralf Trautmann und ein Helfer sich darum gekümmert. Da es bisher keine Stromleitungen im Außenbereich gab, wurden nun 280 m Kabel ober- und unterirdisch verlegt und danach Strahler im Bereich der Zwinger angebracht. Gerade jetzt wo die dunkle Jahreszeit kommt, ist das sehr wichtig. Bei dieser Gelegenheit wurden auch verschiedene Steckdosen verlegt, um z.B. Stromanschlüsse für Schweißarbeiten an den Zwingern zu haben. Außerdem wurden auf dem Dachboden des Betriebsgebäudes (dieser dient als Lagerraum) Lampen ausgetauscht und auch im OP-Bereich wurden verschiedene Lampen ausgetauscht und an der Stromversorgung gearbeitet.

 

Pakete für die Mitarbeiter

Wie bei jeder Fahrt nach Suceava haben die Mitarbeiter auch dieses Mal jeder ein „Dankeschön-Paket“ bekommen. Liebe Spender in Deutschland hatten die Pakete liebevoll zusammengestellt. Die Mitarbeiter haben sich sehr gefreut und bedanken sich herzlich bei allen Spendern 🙂

 

Dauerregen und Überschwemmung

Wie bereits im Frühjahr 2016 führte tagelanger Dauerregen dazu, dass das Betriebsgebäude mit dem medizinischen Bereich von Wasser bedroht war. Das Wasser stand bereits im Eingangsbereich des Gebäudes und nur mit größter Mühe konnte Schlimmeres verhindert werden. Der Grund für diese Überschwemmung liegt darin, dass die Entwässerung in die Kanalisation nicht richtig angelegt wurde und das Gebäude unter dem Straßenniveau liegt. So läuft nach jeden Dauerregen das Wasser hinunter zum Eingang und dann schließlich ins Gebäude.

Am Tag danach, als sich das Wasser zurückgezogen hatte:

Maßnahme zum Schutz gegen Überflutung des Betriebsgebäudes

Um das Betriebsgebäude bei zukünftigen Regenfällen vor weiteren Überschwemmungen zu schützen, wurde der Eingangsbereich mit einer Betoneinfassung versehen. Das Problem ist, dass die Sohle des Gebäudes 15 cm unterhalb der Rückstauebene des Entwässerungssystems liegt. Die Betonbarriere ist nun 35 cm höher als die besagte Rückstauebene. Die Mitarbeiter haben sich große Mühe gegeben, hoffentlich ist jetzt alles sicher. Vielen herzlichen Dank an alle, die spontan für die Maßnahme gespendet haben.

Anbringung von Wetterschutz an den Zwingern

Um den Hunden gerade in der Winterzeit einen besseren Schutz gegen Wind und Wetter zu bieten, werden die Seiten der Zwinger nach und nach mit Spanplatten verkleidet. Vielen herzlichen Dank an die Fa. Egger, die uns diese Platten in großer Zahl gespendet hat. Diese eignen sich auch hervorragend, um die Dächer der Hundehütten zu erneuern.

Grundreinigung der Zwingerböden

Susanne hat eine Aktion zur Grundreinigung der Zwingerböden gestartet. Die Böden sind aus Beton und gerade im Winter entsteht durch die ständige Feuchtigkeit und das Rausschieben von Hundekot eine Art Bodenbelag, der sehr hart wird. Dieser kann nur mit einem Hochdruckreiniger eingeweicht und entfernt werden. Susanne hatte mit einigen Zwingerreihen angefangen und dann hat Costil weitergemacht .Alle Zwinger im neuen Teil des Tierheimes wurden so grundgereinigt. Diese Reinigung soll zukünftig regelmäßig von den Mitarbeitern durchgeführt werden. Costil – ein junger und starker Mitarbeiter – hat auch die Hundehütten verschoben und gründlich von innen und außen gereinigt. Ein großes Problem sind die Beschädigungen im Beton. Es entstehen immer mehr Löcher, in denen sich ein Gemisch aus Kot und Urin sammelt, das sehr schlecht zu entfernen ist.

Reinigung der Wasser- und Futternäpfe

Die Reinigung der Näpfe ist bei jedem Arbeitseinsatz ein Schwerpunkt. Die Mitarbeiter schaffen es im laufenden Betrieb nicht regelmäßig, die Näpfe richtig zu reinigen. Bei der Vielzahl an Zwingern und Hunden ist das eine Mammutaufgabe.

Arbeiten auf der Krankenstation, Versorgung dünner Hunde und Welpen

Auf der Krankenstation gibt es immer viel zu tun. Die Hunde dort werden entweder für Operationen vorbereitet oder erholen sich von Eingriffen dort. Auch abgemagerte Hunde werden auf der Krankenstation aufgepäppelt, bis sie wieder in die Zwinger zurückgebracht werden.

Die Tiere leben dort in Boxen und müssen hier auch ihre Geschäfte verrichten. Deshalb müssen die Boxen mehrmals täglich gesäubert und mit frischen Krankenunterlagen und Handtüchern ausgestattet werden. Die Patienten müssen mit Futter und Wasser versorgt werden. Sie bekommen wie die Welpen und dünnen Hunde eine Mischung aus eingeweichtem Trockenfutter, Nassfutter, Haferflocken, Welpenmilch, Vitamine und Öl. Die Mischung wird kurz vor der Fütterung noch einmal mit heißem Wasser aufgegossen und verteilt. Es ist eine anstrengende Arbeit, denn die Futtereimer sind sehr schwer.

Arbeiten im OP-Bereich

Die beiden Ärzte Dr. Daniela und Dr. Sebastian kastrieren jeden Tag. Bei vielen Hunden wird während der Vollnarkose auch gleich eine Zahnreinigung durchgeführt. Beim ein oder anderen ist auch eine Behandlung des Felles gegen Verfilzungen oder Parasiten notwendig. Susanne hilft täglich im tierärztlichen Bereich mit – sei es bei der Vorbereitung der Hunde zur OP, beim Scheren oder bei der Nachsorge nach Operationen.

Erneute Anlieferung von Sachspenden aus Deutschland

Am 10.11. machte sich Ralf Trautmann erneut auf den Weg nach Suceava, um seine Frau Susanne nach 6 Wochen Arbeitseinsatz im Tierheim wieder nach Hause zu holen. Auf der Hinfahrt waren Auto und Anhänger wieder vollgepackt mit Sachenspenden aus Deutschland. Vielen herzlichen Dank an alle Spender! 🙂

Kauf von Trockenfutter und Haferflocken

Da die Futterlieferung der Stadt verspätet kam, wurden von Spendengeldern mehrere Paletten Trockenfutter zur Überbrückung gekauft. Außerdem wurde wie bei jedem Einsatz der Vorrat an Haferflocken aufgefüllt. Die Haferflocken werden mit eingeweichtem Trockenfutter und Nassfutter gemischt. Das ergibt einen sehr nahrhaften Mix für Welpen, dünne Hunde und die Hunde auf der Krankenstation.

Anschaffung von Heizgeräten für die Krankenstation

Leider sind im Laufe der Zeit alle mobilen Heizgeräte aus der Krankenstation verschwunden. Da Wärme für die kranken Tiere lebensnotwendig ist, wurden 2 Konvektoren und ein Heizlüfter gekauft.

Termin bei der Stadtverwaltung

Auch dieses Mal fand ein Treffen mit der Stadtverwaltung in Suceava statt. Man zeigt sich sehr zufrieden mit der Betreuung des Tierheimes. Leider ist die Stadt mit der Zahlung der medizinischen Kosten seit Juli 2016 im Verzug, was uns an unsere finanziellen Grenzen bringt. Wir hoffen, dass diese Kosten nun bald erstattet werden.

An dieser Stelle bedanken wir uns auch einmal mehr bei allen Helfern und Spendern, ohne Euch könnte nichts erreicht werden!

Liebe Grüße

Susanne und Ralf Trautmann

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